Als bei der Google IO am 7. Mai der Google Nest Hub vorgestellt wurde, war ich erstmal überrascht, denn ich habe noch nie von dem Gerät gehört. Obwohl ich normalerweise relativ gut über die neusten Technik Gadgets und Geräte bescheid weiß, habe ich nicht mitbekommen, dass es das smarte Display schon seit fast einem Jahr in den USA gibt. Da mir mein Google Home Mini nicht mehr als Smart Home Zentrale gereicht hat, habe ich das Gerät kurzerhand bei Media Markt für 129€ vorbestellt. Das besondere am vorbestellen war aber, dass dazu noch ein gratis Chromecast in Version 3 dabei war. Ich habe mich für den Nest Hub in Carbon entschieden, da ich bereits mit dem Home Mini in der Farbe ganz zufrieden war.

Wie von MediaMarkt angekündigt wurde der smarte Bildschirm dann am 29. Mai geliefert und direkt ausprobiert.

Erster Eindruck

Die Box war – wie man es auch von Google erwartet – wertig verarbeitet und elegant gestaltet. Direkt nach dem öffnen präsentiert sich der Bildschirm. Der erste Eindruck überzeugt auf jeden Fall. Viele haben gemeint, dass der Bildschirm viel kleiner ist, als sie sich vorgestellt hatten, jedoch war er genau so wie ich ihn erwartet hatte. Der 7 Zoll Bildschirm hat in meinen Augen genau die richtige Größe, um ihn auf meinem Schreibtisch zwischen meinen 3 Monitoren zu stellen.

Die Verarbeitung ist natürlich 1A. Die Kanten sind sauber und alles wirkt sehr hochwertig. Auf der Rückseite findet sich wieder dieses Stoff-Mesh wie vom Google Home Mini wieder, was ich persönlich sehr schön finde. Auf der Rückseite sieht man es zwar kaum, jedoch „schwebt“ das Display ca 2 cm und dann sieht man den Stoff von unten.

Unten auf der Rückseite hat man nur eine Anschlussmöglichkeit, die für den Strom ist. Ansonsten nur eine Lautstärke wippe auf der Seite und ein Schalter, der das Mikrophon deaktiviert. Wer sich erhofft hat, es an seine Heimanlage anzuschließen wird hier enttäuscht. Ebenso wundert es mich, dass für die Stromversorgung kein USB-C oder wenigstens ein Micro-USB Kabel verwendet wurde, sondern ein altmodischer runder Stecker. Aber naja, er bleibt ja auch durchgehend eingesteckt.

Unter dem Stoff auf der Rückseite findet sich auch der Lautsprecher, der für den Sound zuständig ist.

Der Sound

Für viele Leute ist der Sound eines Smarten Lautsprechers (bzw jetzt Bildschirms) ein wichtiger Punkt. Ich habe bereits viele schlechte Reviews über den Nest Hub gelesen, die großteils aufgrund der angeblich schlechten Lautsprecher Leistung zustande kommen.

Ich muss sagen, dass ich eigentlich relativ zufrieden bin. Ich hatte bereits den Google Home Mini und war eigentlich auch schon dort von dem Sound überzeugt – vor allem für die Größe. Es ist natürlich klar, dass man in dieser Größe keine super Sound-Anlage erhält. Aber ich meine wer das erwartet, wird bestimmt enttäuscht sein.

Ich finde, das der Ton ein Stück weit besser ist, als der vom Home Mini und das ist für mich schon mal ein positives Update. Musik lässt sich wunderbar darauf hören und relativ laut kann er auch. Es stimmt zwar, dass mehr Bass wünschenswert wäre, aber ansonsten bin ich zufrieden.

Die Funktionen

Wenn man bereits einen Google Home Mini hat, oder schon jemals den Google Assistant an seinem Handy verwendet hat, weiß man schon, wie mächtig Googles Assistant ist und welche Funktionen verfügbar sind. Von der reinen Sprach-Interaktion weicht dieses Gerät aber noch mal ab.

Begrüßt wird man mit einem Einführungsvideo, das alle Funktionen erklärt. Über das Handy richtet man die wichtigsten Einstellungen ein und ist dann auch schon start bereit.

Als erstes kann man auswählen, was als Hintergrund angezeigt werden soll. Zur Auswahl stehen Fotos aus der eigenen Google Photos Bibliothek (sofern das genutzt wird) wo Google dann schöne Bilder raussucht und wie in einem digitalen Bilderrahmen anzeigt. Wie von einem Chromecast bekannt besteht auch die Möglichkeit zufällige, schöne Bilder aus dem Internet anzeigen zu lassen. Als letzte Option gibt es noch eine schlichte Uhr, wo zwischen einer digitalen und einer analogen Ansicht gewählt werden kann. Dieser Modus ist dann ein Großteil der Zeit aktiv.

Wenn man einmal auf den Bildschirm tippt, oder von rechts wischt, fahren Karten aus, die verschiedene Informationen enthalten können. Wird gerade Musik gehört ist beispielsweise eine Karte von Spotify vorhanden, wo angezeigt wird, welches Leid spielt samt Möglichkeiten zum pausieren, vor- und zurückspulen. Bei einem tip auf diese Karte öffnet sich dann eine kleine App (in dem Fall von Spotify) und gibt einem eine Fullscreen-Ansicht mit weiteren Optionen. Das ganze gibt es zb auch für den Google Kalender, wo man direkt seine Termine sehen kann.

Wenn man von oben nach unten streicht öffnet sich die Smarthome Zentrale, mit der man einfach seine Lampen ein- und ausschalten kann, Nachrichten an andere Geräte senden oder auch verschiedene Medien steuer kann. Dabei kann fast alles was man in der Google Home machen kann. Dazu gehört die Auswahl verschiedener Farben bei Lampen (sofern diese das unterstützen), oder auch die Ansteuerung von Geräte-Gruppen. Smart Home technisch wird man komplett versorgt.

Medien

Der Hauptvorteil eines Nest Hub ist natürlich der Bildschirm. Sobald man mit Google spricht, wird oben auch das erkannte Wort angezeigt. Dann erkennt man sofort, wenn man falsch verstanden wird. Auch die Ergebnisse werden natürlich visuell angezeigt. Wenn ich beispielsweise Frage, wie alt Albert Einstein geworden ist, erhalte ich neben der Tonausgabe auch noch ein Bild vom Albert und das Alter als Zahl. Darunter gibt werden mir dann noch weitere Möglichkeiten angezeigt, auf die ich einfach tippen kann.

Fazit

Für 129€ bekommt man ein interessantes Gerät aus dem Hause Google, dass ordentliche Lautsprecher, ein gut aufgelöstes Display und jede Menge Smarte Funktionen hat. Die Lautsprecher sind natürlich keine riesige Sound-Anlage, aber für die Größe in meinen Augen ordentlich. Besonders im Hinblick darauf, dass Entwickler zukünftig womöglich eigene Apps entwickeln können, die auf dem Nest Hub laufen, wird es noch mal interessanter.

Wer momentan ein Angebot findet, sollte in meinen Augen zuschlagen. Ich habe es bis jetzt noch nicht bereut und kann es nur empfehlen.

Alle Produktlinks sind Partnerlinks